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Wir wehren uns gegen Ausbeutung!


PiA wehren sich!

Streik für eine angemessene Bezahlung




05.12. - 09.12.2011 PiA-Streikwoche in Berlin Ablauf

In Berlin streiken in dieser Woche PiA aus 10 Kliniken, begleitet von Protesten und krativen Aktionen.Hunderte von PiA aus Hannover, Hamburg, Köln Wiesbaden, Nürnberg,  Münster und München schließen sich an und gehen am 08.12.2011 auf die Straße  und stellten Ihre Forderungen lautstark vor Klinikleitungen, Klinikkonzernen, Gesundheitsministerien bis hin zur Bundesregierung.

08.12.2011: Bundesweiter Demo- und Streiktag

Berlin: Charité Mitte um 14 Uhr, zum Deutschen Bundestag um 17 Uhr Ablauf
Wiesbaden: Sozialministerium um 14 Uhr Ablauf Pressemitteilung
Mannheim: Paradeplatz um 14 Uhr
Hamburg: UKE um 12 Uhr Ablauf
Köln: Dom um 10 Uhr Pressemitteilung
Münster: Domplatz um 17 Uhr
Nürnberg: Klinikum Nord
Hannover: Medizinische Hochschule Hannover

Pressemitteilung 08.12.11

Streik-Flyer - Handout-Flyer

Donnerstag, 8.12.: Großdemos

Streikimpressionen (Bilder)
Gesamtbericht über alle bundesweiten Protestaktionen (Pdf)

Bericht aus Berlin

Vom 5. bis 9. Dezember 2011 gingen bundesweit rund 1400 PsychotherapeuteInnen in Ausbildung (PiA) auf die Straße, um gegen unzumutbare und prekäre Bedingungen während ihrer Ausbildung zu protestieren.Mit dem Psychotherapeutengesetz wurde festgelegt, dass PiA anderthalb Jahre Praktische Tätigkeit in Psychiatrie und Psychosomatik absolvieren müssen, wobei im Gesetzestext kein Wort von Vergütung zu finden ist. Diese Lücke nutzen insbesondere die Kliniken in Großstädten und Ballungsgebieten aus. So zahlen beispielsweise die Berliner Kliniken zwischen 100 € und 400 €, teilweise sogar keinen einzigen Cent, für durchschnittlich 30 Stunden Wochenarbeitszeit. Unter dem Motto „PiA – PsychotherapeutIn in Ausbeutung“ wurden nun in Berlin mehrere Kliniken für eine Woche lang bestreikt.Zum Auftakt der Berliner Streikwoche versammelten sich am Montag, den 5. Dezember, ungefähr 80 Teilnehmer vor dem Auguste-Viktoria-Klinikum (AVK). An eine lange Wäscheleine wurden viele Hemden gehängt, um symbolisch darzustellen, dass PiA ihr letztes Hemd für die Ausbildung geben. Anschließend marschierten sie in einem Demo-Umzug um das Klinikgelände und machten lautstark mit Kundgebungen, Sprechchören und Trillerpfeifenlärm auf ihre Situation aufmerksam. Gegen Mittag fuhren die Demonstranten gemeinsam nach Berlin Mitte, um sich mit einer anderen Streikgruppe anlässlich einer Aufsichtsratssitzung zu solidarisieren: den Beschäftigten der Charité Facilitiy Management (CFM). Die CFM wurde 2006 gegründet, um nichtpflegerische und nichtmedizinische Leistungen auszugliedern und somit einen Tarifvertrag zu umgehen. Hunderte von CFM-Streikenden, PiA und UnterstützerInnen fanden sich vor den Türen der Sitzung zu einer Protest- und Soli-Aktion zusammen, um deutlich ihr „Nein“ gegen Billiglöhne, Ausbeutung und tariffreie Zonen sowie lautschallend ein „Ja“ für Tarifverträge auszusprechen.An den folgenden Tagen trafen sich nicht nur streikende PiA des AVK, sondern aus acht weiteren Berliner Kliniken tageweise wechselnd vor dem Auguste-Viktoria-Klinikum und der Charité Mitte. Dort hängten sie täglich ihre letzten Hemden an die Leine, hielten Kundgebungen, verteilten Flyer an Passanten und sammelten Unterschriften für ihre Resolution, mit der sie von der Regierung eine Reform des Psychotherapeutengesetzes einfordern. Zudem hatten die PiA der verschiedenen Kliniken die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und auszutauschen. ver.di-Vertreter erklärten, dass eine Bezahlung der Praktischen Tätigkeit nur durch Tarifverträge erreicht werden kann, sodass viele PiA sich entschieden, Mitglied in der Gewerkschaft zu werden.Höhepunkt der Streikwoche war Donnerstag, der 8. Dezember, an dem nicht nur in Berlin, sondern in sieben weiteren Städten Demonstrationen stattfanden. Ungefähr 450 Berliner PiA versammelten sich vor der Charité Mitte, um sich für den Demo-Umzug vorzubereiten. Große Aufmerksamkeit bekam die „PiA-Sklaven-Aktion“: Ein als Klinik-Chef verkleideter PiA ließ sich auf einer rollenden Couch von angeketteten „PiA-Sklaven“ ziehen und trieb sie mit Peitsche und Megaphon durch die Straßen. Mit dieser Performance wurde provokativ zum Ausdruck gebracht, dass das bestehende Missverhältnis von erbrachter Arbeitsleistung und fehlender Bezahlung so groß ist, dass es als Sklaverei empfunden wird. Die Demo zog zum Verwaltungsgebäude der Charité, zum Marburger Bund und schließlich weiter durch Berlin Mitte zum Bundesministerium für Gesundheit. Es gab Kundgebungen von Vertretern der Berufsverbände DPtV und bvvp, vom PiA-Bundessprecher Robin Siegel sowie von den PiA und auch von Studierenden selbst. Es wurden Spontan-Zwischenstopps an der FDP-Zentrale und am Helios Klinik-Konzern (0-€-Klinik) gemacht. Lautstarke Trillerpfeifen- und Trötengrüße wurden live via Handy-Verbindung an die Demonstranten in den anderen Städten gesendet. Vier Stunden lang erschallten nicht enden wollende Sprechchöre wie „Arbeit mit Diplom – Nicht ohne Lohn!“ oder „Rücken krumm, Taschen leer – Klinikleitung danke sehr!“. Es entwickelte sich eine beeindruckende Atmosphäre gemischt aus Mut, Zusammenhalt, Solidarität und wütendem Protest. Viele Demonstranten erfüllten sich anscheinend ihren lang gehegten Wunsch, endlich einmal den ganzen Ausbildungs-Frust über die Straße zu schreien. Vor dem Deutschen Bundestag, dem Endpunkt der Demo, zündeten die Teilnehmer Kerzen an und schalteten Taschen- und Fahrradlampen ein, um auch noch im Dunkeln gesehen zu werden und somit ein Signal zu senden

(Julia Walendzik, Mona Kunde)

Bericht aus Hamburg

…“sicherlich freut Ihr Euch zu hören, dass sich auch die PiA in Hamburg heute an der bundesweiten Protestwoche beteiligt haben und zahlreich, mit annähernd 200 lautstarken und fröhlichen Teilnehmern, vor dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf Krach gemacht haben! Dies war meines Wissens eine der größten PiA-Protestaktionen der letzten fünf Jahre, die unsere aktiven Bemühungen für eine angemessene Bezahlung für PiA mittlerweile in Hamburg nun schon andauern. Vielen Dank für den neuen Schwung und die Protest-Energie aus der Hauptstadt!!

Solidarische Grüße aus der Hansestadt Hamburg!“ (Nena Kerkow)

Bericht aus Köln

Auf der Domplatte fanden sich heute um 10 Uhr etwa 200 PiA ein, um gegen die Missstände während der PT1 zu demonstrieren und sich zudem mit den streikenden PiA in Berlin zu solidarisieren!

Bei kaltem, aber trockenem Wetter wurden zahlreiche Plakate, Transparente und `letzte Hemden´ aufgehängt. Nach einer, von den versammelten PiA lautstark unterstützten Eröffnungsrede meinerseits als stellv. PiA Sprecher NRW wurden sämtliches Info- und Werbematerialien ausgeteilt und auch an Passanten verteilt.

Auch andere PiA und eine Festangestellte Kollegin griffen zum Megaphon und leisteten wortstark ihren Beitrag zu einer gelungenen Veranstaltung.

Die Presse war in Gestalt einer Mitarbeiterin der Kölnischen Rundschau (Bericht soll bereits morgen erscheinen!).

Alles in Allem war die erste Protestaktion in NRW´s schönster und vor allem größter Stadt also ein voller Erfolg! Es ist ein Anfang gemacht und ich bin gespannt, was sich hieraus noch entwickeln wird...

(Felix Jansen)

Bericht aus Wiesbaden

Am 08.12.11 sind bundesweit in neun Städten PiA auf die Strassen gegangen um ihre Rechte einzufordern. Das Recht auf gerechte Bezahlung und bessere Betreuung, während der praktischen Tätigkeit in Rahmen der Psychotherapeutenausbildung. Die zweitgrößte Demo nach Berlin gab es in Wiesbaden.

Über  250  hessische PiA mit Unterstützung von vielen Psychologie- und Pädagogikstudenten aus ganz Hessen und Mainz trafen sich um 14.00 Uhr am Hauptbahnhof in Wiesbaden. Mit Bannern, Trillerpfeifen, Trommeln und Freud-Masken bestückt, zogen die Demonstranten über die Hauptverkehrsader der Hauptstadt. Schlachtrufe wie "Keine Therapie für lau" und "Null Euro Lohn - trotz Diplom" schallten durch die Megaphone und zogen interessierte Passanten an. Am Gutenbergplatz vor dem Sitz der Landespsychotherapeutenkammer, gab es eine kurze Pause. Winkend und trommelnd wurde dort der Demozug von Präsident Krieger vom Balkon aus begrüßt, der sich dann solidarisch dazu gesellte und mit bis zum Sozialministerium zog. Am Ministerium angekommen erreichte die Lautstärke der Demo ihren Höhepunkt, woraufhin Herr Osmers - Leiter der Abteilung Gesundheit im hessischen Sozialministerium - aus seinem Büro zu uns kam. Er lud zwei der Demo-Organisatoren Lukas Brzezina und Lara Aror, sowie die PiA-Landessprecher Jona Iffland und Stuart Massey Skatulla zum Gespräch mit ihm ein. Dort zeigte er persönliches Verständnis für die Situation der PiA. In einer längeren Diskussion bekundete er sein Interesse daran, dass sich das PsychThG bald verändert und schlug einen zukünftigen Gesprächstermin vor. Die lauten Pfiffe und Rufe der Demonstranten schallten durch die dicken Wände des Sozialministeriums und begleiteten das Gespräch.
Währenddessen richteten sich Jens Ahäuser von verdi, Ariadne Sartorius von dem vhvp und Alfred Krieger (Landespsychotherapeutenkammer Hessen) vor der roten Therapie-Couch solidarisch an die Demonstranten. Zuletzt sprachen die PiA-Landessprecher Jona Iffland und Stuart Massey Skatulla zu den Demonstranten und motivierten sie weiter für Veränderungen zu kämpfen.
Gleichzeitig konnten sich die ausgehungerten PiA bei der Suppenküche stärken und aufwärmen. Außerdem gab es noch weitere Aktionen wie das PiA-Quiz und Postkarten an den Bundesgesundheitsminister. Wie in allen anderen Demo-Städten entstand auch in Wiesbaden ein Bild der letzten Hemden, die PiA für ihre Ausbildung hergeben. Die überaus erfolgreiche Demo endete mit einer Lichteraktion - solidarisch mit den Berliner Demonstranten.

Dass die PiA-Demo in Wiesbaden so ein Erfolg war ist vielen Menschen zu verdanken.
Insbesondere bedanken wir uns bei den Berliner Demo-Organisatoren, die uns mit ihrem Engagement angesteckt haben. DPtV, VPP und vhvp danken wir für die praktische Unterstützung und das Vertrauen. Das Wissen, dass Berufsverbände sowie die Hessische Landespsychotherapeutenkammer und die PiA-Sprecher hinter uns stehen, hat uns viel Kraft und Motivation gegeben. Vielen Dank! Herzlichen Dank natürlich vor allem auch allen PiA und zukünftigen PiA die mit großen und kleinen Taten dazu beigetragen haben, dass wir so zahlreich am 08.12. vor dem Sozialministerium standen.

Die hessischen PiA haben solidarisch mit der bundesweiten Bewegung gezeigt, wie dringend eine Veränderung der Bedingungen in der praktischen Tätigkeit nötig sind! Bis dahin werden auch in Hessen weitere Aktionen stattfinden.

(Lukas Brzezina)

Bericht aus Mannheim

Auch die Protestaktion in Mannheim war ein voller Erfolg! Zunächst fanden sich ab 10 Uhr ca. 30 P.i.A. aus der Region auf dem Paradeplatz ein, um die Passanten über unsere Situation zu informieren und Unterschriften zu sammeln. Zum „offiziellen“ Beginn der Proteste um 14 Uhr trafen ca. 120 P.i.A. und Studenten am Proteststand ein. Dabei waren P.i.A. aus Mannheim, Heidelberg und Umgebung, aber auch aus Stuttgart, Ulm und Freiburg vertreten.
Nach einer kurzen Begrüßung wurden verschiedene Aktionen gestartet. Es wurden kleine „Büros“ aus Umzugskartons aufgestellt, in denen die P.i.A. Therapiestunden für 1,77 €, dem durchschnittlichen P.i.A.-Stundenlohn der Region, sowie weitere Zusatzleistungen anboten. Später stellten sich die Anwesenden in einem großen Kreis auf und reichten die „große Last“ der P.i.A., symbolisiert durch beschriftete Kartons unterschiedlicher Größe, von einem zum anderen weiter – immer in dem Versuch alle „Belastungen“ tragen zu könne, ohne sie fallen zu lassen. Währenddessen wurden in der Fußgängerzone weiterhin eifrig Unterschriften für die Berliner Resolution gesammelt und die Bürger überzeugt, ihren Unmut über die Lage der P.i.A. per Postkarte an den Bundesgesundheitsminister zu schicken. Beides verlief überaus erfolgreich. Am Protest-Stand wurde parallel zu den anderen Aktionen Kuchen gegen eine kleine Spende ausgegeben, um den finanziellen Aufwand der Proteste decken zu können.

Insgesamt war es überaus beeindruckend, wie schnell (innerhalb von 3 Wochen) P.i.A. aus der Region und weit über diese hinaus mobilisiert werden konnten und wie engagiert und lautstark diese protestierten. Das war ein überdeutliches Zeichen dafür, wie groß der Unmut über die Situation ist, aber auch wie hoch die Motivation ist, daran etwas zu ändern. Nun bleibt abzuwarten, was sich in den Kliniken und auf Bundesebene in der Politik in den nächsten Wochen und Monaten tun wird. Viele der Anwesenden haben jedenfalls ihre Unterstützung für weitere Proteste zugesagt.

Quelle: www.pia-im-streik.de

Bericht aus Münster


sehr kurzfristig, aber dafür mit umso mehr Einsatz schlossen auch wir uns in Münster der bundesweiten Protestwoche an!
Nur drei Tage nach Ankündigung fanden sich nahezu 100 PIAs und PsychotherapeutInnen in vor dem Hauptbahnhof zusammen. Wir marschierten mit Bannern, Plakaten und "letzten Hemden" durch Münsters Innenstadt, über den Prinzipalmarkt und mitten durch die überfüllten Weihnachtsmärkte.

Die Stimmung war großartig! Sprechchöre hallten durch die Innenstadt und untermalten unsere gemeinsame Solidarität.

Um 17 Uhr kamen wir auf dem Domplatz an, wo wir in geistiger Verbundenheit mit den PIAs in Berlin vor dem Bundestag verweilten. Dort angekommen, informierten wir Passanten über die Umstände der PIA und sammelten Unterschriften, um die Forderungen an die Politik zu unterstützen.

Auch in der Presse würde über die Demo am nächsten Tag berichtet.

Die meines Wissens erste PiA-Demo in Münster war ein Ereignis auf das wir alle stolz sein können.

Wiesbaden

Köln

Mannheim

Hamburg

Münster

Berlin