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Welche Aufgabenfelder umfasst die Arbeit eines Psychologischen Psychotherapeuten?

Interview mit der Diplom-Psychologin Barbara Lubisch (54). Sie ist seit 1992 in Aachen als Psychologische Psychotherapeutin niedergelassen. Als stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung ist Sie unter anderem für Fragen rund um die Ausbildung und den Kontakt zu Hochschulen zuständig.

Barbara Lubisch: Wir diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Ängste, aber auch - in Zusammenarbeit mit und Ergänzung zu Ärzten - körperliche Erkrankungen wie etwa Diabetes oder chronische Schmerzen.

Überwiegend behandeln wir unsere Patienten in Einzeltherapie, manchmal werden die Angehörigen mit einbezogen. Auch Berichte an Krankenkassen, Versorgungsämter und ähnliches gehören zum Praxisalltag. Unser Beruf ist gesetzlich geschützt und verlangt eine Approbation, also eine Zulassung durch staatliche Stellen.

Wie beurteilen Sie die Berufschancen von Psychologischen Psychotherapeuten?

Barbara Lubisch: Eigentlich ganz gut, obwohl im Gesundheitswesen alles etwas unwägbar ist. Viele Kollegen stehen in den kommenden Jahren vor ihrer Pensionierung, so dass deren Praxen übergeben werden. Und die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig: Ende 2008 waren in ganz Deutschland gerade einmal 223 arbeitslose Psychologische Psychotherapeuten gemeldet.

Wie viele Ihrer Kollegen haben eine eigene Praxis, und welche Arbeitsmöglichkeiten gibt es außerdem?

Barbara Lubisch: Rund 55 Prozent arbeiten selbstständig. Die übrigen finden überwiegend in Kliniken und bei Beratungsstellen Anstellung, beispielsweise aber  auch in Kinderheimen oder im Strafvollzug.

Was ist ein PiA (Psychotherapeutin bzw. Psychotherapeut in Ausbildung)?

PiA befinden sich in der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Voraussetzung ist ein Abschluss als Diplom-Psychologe bzw. ein Hochschulabschluss in Sozialpädagogik, zukünftig der Master mit dem großen Anteil klinische Psychologie. Deutschlandweit bieten über 170 Institute die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten an, größtenteils private, einige sind auch an Hochschulen angegliedert.