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Erste Impressionen aus der Berufspolitik

15.12.2016 13:15

Treffen mit dem Bundesvorstand und Delegiertenversammlung

Wenn ich gerade einen Bericht über meine erste Delegiertenversammlung und das erste Treffen mit dem Vorstand vom 10.-12.11.2016 schreiben soll, an der ich als Teil des Sprecherteams Junger Psychotherapeuten in der DPtV teilnehmen durfte, so fällt mir das ähnlich leicht wie der allererste Therapieantrag für meine Patienten. Ich habe das Gefühl noch kaum etwas verstanden zu haben, stehe vor der Angst, dass diese Zeilen sehr wahrscheinlich jemand liest, der sehr viel mehr Ahnung von der Sache hat und sich die Haare rauft, aber werde trotzdem von allen um mich herum freundlich ermuntert es zu wagen und zu versuchen. Wie in vielen Lebenslagen ist mir auch im Sprecherteam auf der Delegiertenversammlung deutlich geworden: Alle kochen nur mit Wasser (obwohl einige viel Erfahrung darin haben und dies sehr kunstfertig können und andere natürlich noch viel lernen müssen) und Perfektionismus ist (zumindest für mich) immer eine große Blockade, dieser Bericht also eine Übung in Fehlerfreundlichkeit. Die Berufspolitik ist nach meinem aktuellen Verständnis ein Feld mit vielen Wortabkürzungen und Verhaltensprotokollen, die mir als Neuling erstmal wie eine fremde Sprache und ein Kapitel des Knigge vorkommen, von dem ich vorher nie etwas gehört hatte. Es gab also sehr viel zu lernen, zum Beispiel was eine DV, eine BUKO oder ein Treffen des BV in der BGST ist. Spannend war auch, wer bei der Delegiertenversammlung - also einer Versammlung aller Menschen auf Bundes- und Landesebene, die etwas zu sagen haben - wann etwas sagen durfte. Wer Stimmrecht hatte, das war wieder was anderes! Dort wurde dann häufig in großem Einvernehmen, beispielsweise der neue Bundesvorstand, gewählt oder es wurden Beschlüsse bezüglich der Vereinsstruktur oder anderem gefasst und beschlossen. Hier ähnelt meiner Auffassung nach die Politik der Psychotherapie, denn es handelt sich um komplexe Prozesse, die häufig viel Zeit brauchen um voranzuschreiten und es geht zwei Schritte nach vorne, einen zurück und das konkrete Ziel kommt mir, bis es erreicht wurde, immer etwas unklar vor, da keiner die Zukunft so deutlich vorhersagen kann, wie wir das alle gerne wollen würden. Dies führte bei mir zu großer Bewunderung, denn es braucht viel Geduld und langen Atem, um in der Berufspolitik etwas zu erreichen. Häufig bleibt da der Eindruck: Ja, wir halten unsere Position als Psychotherapeuten im Gesundheitssystem und es geht auch nach vorne, aber was von der vielen Arbeit zum Erfolg geführt hat, zeigt sich häufig erst im Nachhinein. Am besten verdeutlichte dies der Ausspruch einer Kollegin im Bundesvorstand, die mit an der Präsentation auf der Delegiertenversammlung wirkte, und die ich für die erstaunlichen Fortschritte der Berufspolitik erstaunt beglückwünschte. Diese sagte: „Ja, als wir die Fortschritte der Projekte zusammenfassten, da wurde uns selbst nochmal klar, was in der Zeit alles erreicht wurde.“ Dinge, wie das Voranbringen der Ausbildungsreform oder die Veränderung des neuen Anamneseberichtes für Vertragspsychotherapeuten ab dem 01.04.2017 aufgrund von inhaltlichen Schwierigkeiten. Auch die Teilnahme an der Wahl des neuen Bundesvorstandes war ein interessantes Erlebnis. Bis man zu dieser Wahl vorgerückt war, war durch teils lebhafte Diskussionen ein Großteil des Tages schon vergangen, aber die freudigen und emotionalen Reden des neuen Bundesvorstandes über Ernennung und Wahl belebte die Versammlung und sorgte, mit der wirklich schönen Gestaltung der Verabschiedung von Dieter Best, für einen gelungenen Übergang zur Abendveranstaltung in einem netten Restaurant. Was mir vom ersten Kongress für junge Psychotherapeuten über alle weiteren Veranstaltungen und Kontakte Brücken gebaut hat war die große Offenheit, die flachen Hierarchien und die ständige Ermunterung, sich erstmal alles anzuhören und langsam in die DPtV hineinzuwachsen. Die freundlichen Kollegen/innen im Sprecherteam und darüber hinaus, die man berufspolitisch und fachlich zu allem fragen kann, haben mir den Einstieg und die Teilnahme an der Delegiertenversammlung sehr leicht gemacht. Trotz der Unsicherheiten, aufgrund vieler neuer Dinge, hatte ich eine Menge Spaß, denn die Kollegen die tagsüber so fleißig und engagiert in der Berufspolitik waren, stellten sich auch in der Abendgestaltung als gesellige und menschlich-freundliche Privatpersonen heraus. Auch wenn der Einstieg bei mir bedeutete über eine innere Hürde ins kalte Wasser zu springen, bin ich froh diesen Schritt unternommen zu haben und möchte den Zusammenhalt und die Veranstaltungen nach der kurzen Zeit nicht mehr missen. Bei allem was Berufspolitik ausmacht besteht diese in unserem Fach natürlich aus einer Ansammlung von Psychotherapeuten. Und der Zusammenhalt dieser Berufsgruppe ist für mich immer wieder erstaunlich, genau wie die Rücksicht, die genommen wird und die Menschlichkeit, die für einen wunderbares Klima sorgt, das sich beispielsweise in einem Lied bei der Verabschiedung von Dieter Best zeigte oder im allgemeinen Umgang. Zusammenfassend war das Treffen mit dem Bundesvorstand sowie die Delegiertenversammlung eine spannende Erfahrung, die durch die netten Kollegen und die interessanten berufspolitischen Inhalte jede Minute Wert war.

Bericht von Sascha Belkadi, neues Mitglied im Sprechteam der Jungen Psychotherapeuten in der DPtV.