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Vergütung bei Anstellung
Verfasst am: 13. 05. 2011 [14:21]
ela
Themenersteller
Dabei seit: 13.05.2011
Beiträge: 2
Hallo Ihr Lieben,
ich würde gerne mal fragen, ob sich jemand von Euch mit Vergütung bei Anstellung in einer psychotherapeutischen Praxis (als approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin)auskennt. Es handelt sich um eine Anstellung im Rahmen einer halben Stelle (18 Patiententermine/Woche).
Soweit ich weiss, ist es grundsätzlich Verhandlungssache, aber ich hätte gerne eine grobe Idee davon, was angemessen ist.

Danke schon mal für Eure Beiträge!
 
Verfasst am: 14. 05. 2011 [11:54]
ksu
Moderator
Dabei seit: 18.11.2010
Beiträge: 34
Hallo,

einen Anhaltspunkt für eine Anstellung könnte ein Tarifrechner bieten. In der Klinik gilt oftmals für angestellte Dipl.-Psych. (PP/KJP) der TVöD oder TV-L, Stufe E 13. Diese Entgeltstufe fordert auch ver.di für PiA, die Versorgungsleistungen in Kliniken erbringen. Unter dem folgenden Tarifrechner-Link lässt sich dazu das entsprechende Entgelt berechnen. In der letzten DPtV-Verbandszeitschrift gab es m.E. auch Berechnungen über das Einkommen einer PP/KJP in einer Praxis, ggf. mit dieser Frage einfach mal an die Bundesgeschäftsstelle wenden.
Nun ist aus PiA-Kreisen bekannt, dass frisch approbiert in einem MVZ oder als fortgeschrittene, angestellte Praxisassistenz durchaus weniger eingenommen wird. Es wäre möglicherweise auch berufspolitisch interessant, wenn sich zur Thematik noch andere melden.

Viele Grüße, Kerstin Sude
 
Verfasst am: 05. 08. 2015 [23:28]
lin
Dabei seit: 20.06.2012
Beiträge: 4
Liebe Forums-Leser,

die Frage ist bereits älter, deswegen stelle ich sie in ähnlicher Form nochmal!
Gibt es Erfahrungs-/Richtwerte dazu, wie viel Gehalt man als frisch Approbierte fordern kann, wenn man in einem Ausbildungsinstitutsinternen MVZ in Vollzeit angestellt wird?

Ich freue mich über jede Antwort und bedanke mich schonmal im Voraus,

Lin
 
Verfasst am: 06. 08. 2015 [12:27]
lin
Dabei seit: 20.06.2012
Beiträge: 4
Vielen Dank für die Hinweise, da schaue ich mich gerne um!
Leider funktioniert der Link zum Download-Bereich für Mitglieder nicht. Vielleicht kann die Info an jemanden weitergegeben werden, der das repariert?

Herzlichen Dank!
Lin
 
Verfasst am: 10. 01. 2017 [19:22]
aweiku
Dabei seit: 23.03.2015
Beiträge: 5
Hallo,

der Thread ist zwar schon etwas älter, jedoch beschäftigt mich das Thema auch. Ich würde mich auch über Erfahrungsberichte in Bezug auf die Anstellung in einem MVZ freuen!
Herzlichen Dankicon_smile.gif

Liebe Grüße
 
Verfasst am: 18. 02. 2017 [20:14]
mucks
Dabei seit: 18.02.2017
Beiträge: 1
Find das ist ein interessantes Thema

Ich habe nun 2 Angebote

32patienten Stunden (davon 8h Gruppe)

Und 26patienenstunden. Beides für 3750brutto..


Hätte sehr gern Vergleichswerte für eine Entscheidung icon_smile.gif!
Glg
 
Verfasst am: 19. 02. 2017 [09:37]
sigmund
Dabei seit: 23.07.2013
Beiträge: 102
"mucks" schrieb:

Find das ist ein interessantes Thema

Ich habe nun 2 Angebote

32patienten Stunden (davon 8h Gruppe)

Und 26patienenstunden. Beides für 3750brutto..


Hätte sehr gern Vergleichswerte für eine Entscheidung icon_smile.gif!
Glg


Es kommt auf die Rahmenbedingungen an.

Wenn Dokumentation, Vor- und Nachbereitung und Konferenzen in den "patienten Stunden" nicht inkludiert sind, kommst Du insgesamt auf eine Vollzeitstelle. Dann wäre das Gehalt zu niedrig, weil es zwischen den Stufen 1 und 2 von TV-L E13 (und unterhalb von Stufe 1 E14!) liegt, sodass Du nach Abzug der Beiträge aufgrund der Approbation auf dem Gehaltsniveau eines Anfängers liegst, der direkt nach dem Studium einsteigt - oder sogar darunter.

Wenn die Nebengeräusche inkludiert sind, und vielleicht sogar die Indikationen eingeschränkt sind ("Depressionsabteilung" - dann kommst Du mehr oder weniger mit denselben Therapiematerialien und denselben Textbausteinen durch), ist es eine relativ gut bezahlte 65-80%-Stelle, die ich bei brauchbaren Arbeitsbedingungen annehmen würde.

Mit Approbation kannst Du auch nicht nur über Freistellungstage, sondern auch über ein Fortbildungsbudget verhandeln. Das Ergebnis muss im schriftlichen Arbeitsvertrag stehen.
 
Verfasst am: 22. 02. 2017 [21:54]
pia22
Dabei seit: 19.01.2017
Beiträge: 11
Liebe/r mucks,

musst du bei den Angeboten Berichte an Gutachter/innen schreiben? Das zweite Angebot klingt in meinen Ohren auf jeden Fall fairer, es sei denn beim ersten gibts nix groß zu dokumentieren und schon gar keine Berichte.

Ansonsten ja: Der neue ver.di-Abschluss besagt E14 für PsychotherapeutInnen in den Krankenhäusern. Im ambulanten Bereich sollte man da nicht unbedingt drunter gehen, finde ich.

Auf der anderen Seite kenne ich das Risiko durch einen Freund von mir umgekehrt: Er überlegt gerade jemanden in seiner Praxis anzustellen und rechnet hin und her mit möglichen Ausfallzeiten, etc. Es kann durchaus passieren, dass ein Arbeitgeber mit einem einzigen Angestellten bei so einem Modell ruckzuck in die Miesen gerät und draufzahlt, statt daran zu verdienen: Brutto-Lohnnebenkosten, bezahlter Urlaub und vor allem die ziemlich unberechenbare Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Bei größeren Arbeitgebern verteilt sich das Risiko natürlich weit mehr und zudem haben die höhere Einnahmen, als so ne Praxis mit einem PPT/Inhaber und einer/einem weiteren Angestellten.

Ich finde, es kommt dann auch darauf an, wie das Arbeitsumfeld da aussieht. Man kann von einer größeren Gemeinschaftspraxis und mehreren Angestellten sicherlich mehr verlangen als von einem/einer einzelnen Psychotherapeuten/-in, für die man dann arbeitet.

Ein Beispiel: Jemand wird für 15 Stunden/Woche + 4 Stunden Dokumentation, also 19 Stunden/Woche (ca. 50%-Stelle) angestellt. Er/sie hat die üblichen 6 Wochen Urlaub plus im Schnitt 10 Feiertagen pro Jahr (in Bayern 15), also zusätzlichen 2 Wochen (wenn diese blöd fallen). Zusätzlich bleibt der/die Angestellte vielleicht bis zu 12 Wochen im Jahr krankheitsbedingt zu Hause (man steckt nie drin).

Vorsichtig gerechnet bleiben also 32 Arbeitswochen "netto".

15 Patienten x 4,3 Wochen/Monat = 65,5 Patientenstunden /Monat. Davon durchschnittlich 2-3 Probatorik und 2 entfallen = ~ 61,5 Einzelstunden/Monat (durchschnittlich).

61,5 / 4,3 = 14,3 x 88,56 €* (Einzel) = 1267,66 + 3 x 65,39 €* (Probatorik) = 1463,83 € pro Arbeitswoche Einnahmen für die Praxis.

1463,83 x 32 Arbeitwochen = 46.842,56 Einnahmen im Jahr, die einigermaßen sicher sind. Abzüglich 12 x 350,- Euro (anteilige Miete, Reinigung, etc.) = 42642,56 €.

Hinzu kommen noch einige Abrechnungsziffern für Berichte, etc., die ich hier jetzt der Einfachheit halber mal raus lasse. Dafür lege ich obige sehr geringe Praxismiete zugrunde und lasse diverse vom AG abzuschließende Versicherungen unter den Tisch fallen.

E 14 (50%, Jahressonderzahlung auf Monat umgelegt,
brutto): 2071,98 €. Arbeitgeberkosten gesamt: 2.474,46 €*.

Jahresbrutto für AG: 29.693,52 €*

42.642,56 - 29.693,52 = 12.949,04 € - 35% Steuern (5.179,62) = 7769,42 Nettogewinn / 12 Monate = 647,45 €/Monat Gewinn nach Steuern für AG durch die Anstellung.

Sobald der/die Angestellte allerdings länger als 18 Wochen im Jahr krank oder sonstwie abwesend wäre, würde der/die Arbeitgeberin draufzahlen. Ganz zu schweigen vom Verwaltungs-, Zeit- und manchmal vielleicht auch Nervenaufwand, den eine Anstellung verursacht.

E 14 (Stufe 1) ist also durchaus okay (http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/vka/). Mehr würde ich aber nicht verlangen.

Ob deine Angebote fair gestaltet sind, hängt vermutlich von den sonstigen Kosten (z.B. Praxismiete, Bürohilfe, Reinigungskraft, etc.) ab, die für den/die AG anfallen.


*(Gebühren unter http://www.kbv.de nachgeschlagen:
Probatorik: http://www.kbv.de/tools/ebm/html/35150_2900726740896754883904.html
Sitzung: http://www.kbv.de/tools/ebm/html/35221_2904145249038213766464.html
Arbeitgeberbelastung hier: https://www.nettolohn.de)

Liebe Grüße
Susanna

PS: Tipp- und Rechenfehler sind natürlich vorbehalten.

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 22.02.2017 um 22:25.]
 
Verfasst am: 05. 07. 2017 [21:19]
eis
Dabei seit: 05.07.2017
Beiträge: 2
Ist meines Erachtens ein halbwegs brauchbares Angebot. Warum?

26 Patientenstunden sind an 3 Tagen machbar, zwei Mal 9 Pat am Tag, ein Mal 8. Bei 50-Minutenterminen und -Taktung sowie Dokumentation während der Sitzung ist das nach einigen Monaten routinemäßig an einem normalen Arbeitstag bis 16:30 Uhr inkl. 30 min Mittagspause drin. Eine halbe Stunde wäre dabei pro Tag noch für Anträge verfügbar, wenn man um 08:00 anfängt und wenn es keine Terminausfälle gibt. Aber sagen wir konservativ, dass es eine 65%-Stelle ist und keine 60%-Stelle. Hochgerechnet auf Vollzeit und 100% (= 40 Patienten pro Woche) macht das 5769 Euro, brutto. Finde ich einigermaßen okay. Das entspricht TVöD E14 Stufe 5.
Man müsste nur konsequent die Anträge in der Arbeitszeit schreiben und niemals zu Hause und dafür zur Not mal 2-3 Patienten weniger pro Woche sehen. Und das Selbstbewusstsein haben, das so durchzuziehen. Denn wenn es nicht anders geht, geht es nicht anders. Was will der Arbeitgeber schon dagegen machen? Außer sich ärgern, dass man die Anträge nicht in seiner Freizeit schreibt, wohl nichts. Denn es ist schließlich ein Anstellungsverhältnis und kein Honorarvertrag.

Allerdings mache ich mit einem einzigen (dafür relativ vollen) Tag pro Woche im Kostenerstattungsverfahren ca. 3.000 Euro Umsatz pro Monat - bei 150 Euro Miete für diesen Ambulanztag durchaus ebenfalls attraktiv. Was die Frage aufwirft, warum nicht gleich Kostenerstattung/Privatpraxis, wenn man schon ambulant arbeiten will.

Klar, 9 Pat. am Tag ist nicht ohne, und auch sicherlich nicht für jeden das Richtige, aber dafür hättest du nur 3 Arbeitstage und 4 Tage pro Woche frei! Und zu pia22: sehr gut gerechnet und schön konservativ, meines Erachtens aber etwas übervorsichtig. Denn niemand fällt im Jahr 12 bis 18 Wochen aus. Und falls doch, springt zum Glück nach 42 Tagen Vater Staat ein. Und Praxisunterbrechungsversicherungen gibts auch noch obendrein.

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 05.07.2017 um 21:25.]
 



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