
Vorbereitung auf die schriftliche Abschlussprüfung
| Verfasst am: 27. 01. 2011 [17:47] | |||
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frank.mutert Themenersteller ![]() Dabei seit: 12.01.2011
Beiträge: 82
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Hallo, ich habe die staatliche Abschlussprüfung PP VT ja gemacht und will euch hier an meinen persönlichen Erfahrungen für den schriftlichen Part teilhaben lassen: Vorab eine wichtige Info: Die IMPP-Klausuren sind NICHT mehr frei zugänglich! Ich verfüge auch NICHT mehr über alte Klausuren. Ich bitte euch daher, keine diesbezüglichen Anfragen mehr an mich zu stellen. Ich kann und darf euch keine Klausuren zur Verfügung stellen. Danke! Unterschied zwischen KJP und PP: Ein großer Teil der Fragen ist inhaltlich identisch, so dass in der Vorbereitung kaum Unterschiede zu beachten sind. Wobei KJP sicher gut daran tun, sich vermehrt mit entwicklungspsychologischen bzw. -pathologischen Fragestellungen zu beschäftigen... Zeitraum der Prüfungsvorbereitung: Ich habe mich erst ca. 6 Wochen vor der Prüfung ernsthaft mit dem Stoff auseinandergesetzt, die letzten 3 Wochen täglich mehrere Stunden. Dies kommt meinem Lernstil entgegen, längeres Durchhaltevermögen habe ich nicht. Anderen mag es da anders gehen. Methodik des Lernens: Ich habe mir alle verfügbaren alten Klausuren des IMPP besorgt und immer wieder durchgearbeitet, bis ich die Antworten im Schlaf konnte. Ich halte dies auch rückblickend für die effektivste Form der Vorbereitung. Auf diese Weise stellt sich schnell ein Gespür für die spezifische Art der Fragestellung, den zu lernenden Stoff sowie den eigenen Kenntnisstand ein. Einige Fragen der Klausuren wiederholen sich zudem, andere behandeln die gleiche Fragestellung aus einem anderen Blickwinkel etc. Außerdem fand ich es beruhigend, dass ich die erste von mir bearbeitete Klausur selbst ohne Vorbereitung noch knapp bestanden hätte... Ansonsten ist es empfehlenswert, nicht alles lernen zu wollen, sondern einfach viel zu lesen! Aufgrund der Konzeption der Prüfung (Multiple-Choice) reicht wiederholtes Lesen meist aus, um in der Klausur den Wiedererkennungseffekt nutzen zu können. Tipp am Rande: Während der Klausur ist die erste, spontan angekreuzte Lösung meist eine gute Wahl! Die nachträgliche Korrektur einer Antwort bei aufkommender Unsicherheit führt (zumindest war dies bei mir der Fall) eher nicht zum gewünschten Erfolg... Literatur: 1) ICD-10: Es empfiehlt sich, das ICD-10 wirklich zu lernen. Etliche Fragen zielen auf die Kenntnis des ICD ab. In der Klausur wird immer wieder nach Alters-, Geschlechts- oder Häufigkeitsverteilungen gefragt, die in den Leitlinien (rote Ausgabe des ICD-10) dargestellt sind. Desweiteren werden Kenntnisse in der Diagnostik bzw. Differentialdiagnostik verlangt sowie dezidiert einzelne Störungskriterien abgefragt. Vertiefte Kenntnisse sind also unabdingbar. 2) Rettenbach: Das Psychotherapie-Prüfungsbuch ist sehr allgemein gehalten, gibt aber einen guten Überblick, was zu lernen ist. Der hier enthaltene Stoff reicht aber als alleinige Prüfungsvorbereitung keinesfalls aus! Das ebenfalls erhältliche Aufgabenheft kann man sich für meine Begriffe sparen, der Gewinn an Information war mir zu gering. 3) CIP Band 1 und Band 3 (VT): Die wichtigsten von mir benutzten Lehrbücher, hierauf habe ich meine Prüfungsvorbereitung gestützt. Leider sind die Bände ziemlich teuer (je ca. 70.- Euro) und haben ein, meiner Meinung nach, unbrauchbares, da viel zu kurz gehaltenes Stichwortverzeichnis. Auch sind sie didaktisch je nach Kapitel zwischen gut und katastrophal angesiedelt. Trotzdem sehr empfehlenswert, da praktisch der gesamte Prüfungsstoff enthalten ist. Zudem sind an die Kapitel jeweils "FAQ´s" und Lernzielkontrollfragen angehängt. 4) Fink und Tritschler, Prüfungsfragen Psychotherapie: Die Fragen sind "angelehnt" an die original Fragen... Ich habe es mir besorgt und durchgearbeitet. Ich halte es durchaus für empfehlenswert, obwohl einige Kapitel sehr knapp ausfallen. Auch ist die "Güte" und Relevanz der Fragen mitunter wechselnd. 5) Poehlke, GK3 Psychiatrie: Es behandelt zwar den Stoff der Mediziner und verfügt über ein anderes Antwortformat als bei uns, es ist aber dennoch sehr empfehlenswert. Im ersten Teil gibt es eine sehr gute Zusammenfassung wichtiger Begriffe und Konzepte, auch wird der psychopathologische Befund gut eingeführt. Der Fragenteil behandelt dann auch für uns relevanten Stoff. Zudem habe ich zumindest eine Frage aus dem GK3 wortgleich in einer unserer Klausuren gefunden. Hier habe ich noch einen Link zu einem Onlinetest, der sich mit psychopathologischen Begriffen/Fragestellungen beschäftigt, den ich ebenfalls sehr interessant fand: http://www.amdp.de/onlinetest/ 6) Berger, Psychische Erkrankungen: Extrem umfangreich, mit 200.- Euro auch sehr teuer. Dafür findet man zu praktisch jeder Fragestellung eine Antwort, wenn man weiss, was man sucht. Als einziges Lehrbuch für die Prüfungsvorbereitung wäre es wohl eher ungeeignet, aber in dieser Komplexität und Ausführlichkeit das beste Nachschlagewerk, dass ich kenne. Braucht man nicht unbedingt, ich wollte es aber haben und empfehle es weiter. 7) Thomas Köhler, Medizin für Psychologen und Psychotherapeuten: Wie der Name schon sagt, werden erschöpfend alle Fragestellungen zu medizinischen Themen behandelt. Sicher sehr empfehlenswert, mir war es dann aber gegen Ende meiner Lernphase doch zu viel Stoff. 8) Rechtliche Fragestellungen: Diese nehmen meiner Einschätzung nach in den Klausuren einen immer breiteren Raum ein, vernünftige Literatur dazu habe ich allerdings nicht gefunden. Deshalb habe ich mir mit Google und Wiki beholfen, das ging dann auch. So, ich hoffe mit dieser persönlichen Einschätzung allen, die die Prüfung noch vor sich haben, eine kleine Hilfestellung gegeben zu haben. Wie immer gilt: Nur nicht unterkriegen lassen! Die Bestehensquote dieser Prüfung liegt bei ca. 97%! ![]() Das soll es erstmal gewesen sein, wer Anregungen, Tipps oder Kritik hat: Bitte, nur zu! Beste Grüße Frank Dipl.-Psych. Frank Mutert
Psychologischer Psychotherapeut Gottfried-Keller-Str. 20 81245 München Tel.:089/88952210 |
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