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[Artikel: Ausbildungsassistenz | Diskussion ]
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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten]Ausbildungsassistenz

In Bayern, Hessen und Sachsen gibt es z.B. die Möglichkeit, als Ausbildungsassistent/in in einer niedergelassenen Praxis, meist nach der Zwischenprüfung, Geld zu verdienen. Zudem lässt sich ein Teil der abgeleisteten Stunden für die Ausbildung anrechnen. PP/KJP/ÄP, die bereit sind PiA als Ausbildungsassistent/in einzustellen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen (i. d. Regel: mind. 5 J. Niederlassung, das selbe Richtlinienverfahren, anerkannte Supervison). Ferner sollte das Ausbildungsinstitut der Ausbildungsassistenz zugestimmt haben. Entsprechende Unterlagen/ das Formular hierzu bekommt man bei der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV), bei der die Assistenz immer beantragt werden muss.

Eine Ausbildungsassistenz gilt zunächst für ein Jahr, kann jedoch um ein weiteres verlängert werden. Gearbeitet wird dann über die KV-Nummer des Chefs / der Chefin, was u. a. den Vorteil hat, dass man meist für KZT gutachtenbefreit ist, wenn PP/KJP/ÄP es ist. Die Praktische Tätigkeit sollte beendet sein. Die Bezahlung rangiert bei 35-40 Euro pro Stunde. Am besten wendet man sich an die DPtV-PiA-SprecherInnen der Region, ggf. an den jeweiligen DPtV-Landesvorstand oder die Bundesgeschäftsstelle.

Ggf. ist es erforderlich, dass man die Qualifikation für die angestrebte Ausbildungsassistenz nachweisen muss. Dafür reicht eine Bestätigung des Ausbildungsinstitutes mit dem Hinweis, dass PiA dort immatrikuliert ist und eine Beglaubigung des Diplomzeugnisses. Da die Ausbildungsassistenz häufig als Nebentätigkeit ausgeführt wird, ist PiA in diesem Fall über die ggf. vorhandene andere Arbeitsstelle sozial versichert und wird Ende des Jahres dann die übliche Einkommenssteuererklärung vornehmen. Allg. sind AusbildungsassistentInnen über den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin sozial versichert und arbeiten auf Lohnsteuerkarte. Ausbildungsassistenz als freiberufliche Tätigkeit geht ebenfalls. Eine freiwillige Krankenversicherung kann bei vielen Krankenkassen zum Ausbildungstarif (ab ca. 50 Euro) abgeschlossen werden, worauf PiA bei den meisten Kassen bestehen kann, es sich bei der Tätigkeit als Ausbildungsassistenz um einen "Pflichtbaustein" der Ausbildung handelt. Vor einiger Zeit erteilten die KV Nordrhein und KV Westfalen-Lippe Absagen bezüglich der Unterstützung des Einsatzes von AusbildungsassistentInnen. Dies mit der Info, es gäbe hierfür keinerlei gesetzliche Grundlagen, und die KVen müssten sich auch nicht nach anderen KVen richten.

Welche Möglichkeiten, eine Ausbildungsassistenz aufzunehmen, kommen also in Frage? Im Folgenden dazu einige Varianten.

[Bearbeiten] Variante 1:

In der Ausbildung fortgeschrittene PiA können die ambulanten Psychotherapien (600 Std.) als so genannte AusbildungsassistentInnen in der Praxis von niedergelassenen PP/KJP durchführen.

Die Praxis der PP/KJP muss zuvor

vom zuständigen Landesprüfungsamt (LPA) als eine mit dem Ausbildungsinstitut der PiA kooperierende Lehrpraxis genehmigt werden. Die von PiA durchgeführten Psychotherapien mit GKV-PatientInnen werden i. d. Regel über die KV-Nummer des Ausbildungsinstitutes abgerechnet. Diese Ausbildungstherapien sollten gemäß gesetzl. Vorgabe engmaschig supervidiert werden. PP/KJP könnte auch ein/e der SupervisorInnen sein. Dies müsste entsprechend vorher beim LPA beantragt werden. Die Aufsicht über die Ausbildungstherapien liegt beim Institut und den SupervisorInnen. Vgl. juristische Voraussetzungen in der PsychTh-AP: [1] (http://bundesrecht.juris.de/psychth-aprv/__4.html)

§ 4 Praktische Ausbildung

(1) Die praktische Ausbildung nach § 1 Abs. 3 Satz 1 ist Teil der vertieften Ausbildung in einem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren und dient dem Erwerb sowie der Vertiefung von Kenntnissen und praktischen Kompetenzen bei der Behandlung von Patienten mit Störungen mit Krankheitswert nach § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes. Sie umfasst mindestens 600 Behandlungsstunden unter Supervision mit mindestens sechs Patientenbehandlungen sowie mindestens 150 Supervisionsstunden, von denen mindestens 50 Stunden als Einzelsupervision durchzuführen sind.

(2) Die in Absatz 1 Satz 2 genannten Supervisionsstunden sind bei mindestens drei Supervisoren abzuleisten und auf die Behandlungsstunden regelmäßig zu verteilen. Die Supervision erfolgt durch Supervisoren, die von der Hochschule oder anderen Einrichtung nach § 6 Abs. 1 des Psychotherapeutengesetzes (Ausbildungsstätte) anerkannt sind. Bei Gruppensupervision soll die Gruppe aus vier Teilnehmern bestehen.

(3) Voraussetzungen für die Anerkennung als Supervisor nach Absatz 2 Satz 2 sind:

  1. eine mindestens fünfjährige psychotherapeutische Tätigkeit in der Krankenbehandlung nach der Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten oder nach Abschluß einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie, schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des wissenschaftlich anerkannten Verfahrens, das
  2. eine mindestens dreijährige Lehrtätigkeit an einer Ausbildungsstätte und
  3. die persönliche Eignung.


Die Anerkennung als Supervisor ist von der Ausbildungsstätte regelmäßig zu überprüfen.

(4) Während eines Übergangszeitraums von sechs Jahren nach Inkrafttreten dieser Verordnung können Personen mit einer Approbation als Psychologischer Psychotherapeut, die vor Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes mindestens fünf Jahre psychotherapeutisch im Sinne des Absatzes 3 Satz 1 Nr. 1 tätig waren, bei Nachweis dieser Tätigkeit als Supervisoren nach Absatz 3 anerkannt werden, wenn sie zugleich die Voraussetzungen des Absatzes 3 Satz 1 Nr. 2 und 3 erfüllen. Absatz 3 Satz 2 gilt entsprechend.

(5) Die Zuweisung von Behandlungsfällen hat zu gewährleisten, daß die Ausbildungsteilnehmer über das Spektrum von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist, eingehende Kenntnisse und Erfahrungen erwerben.

(6) Während der praktischen Ausbildung hat der Ausbildungsteilnehmer mindestens sechs anonymisierte schriftliche Falldarstellungen über eigene Patientenbehandlungen, die unter Supervision stattgefunden haben, zu erstellen. Die Falldarstellungen haben die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu berücksichtigen, die Diagnostik, Indikationsstellung und eine Evaluation der Therapieergebnisse mit einzuschließen, ein ätiologisch orientiertes Krankheitsverständnis nachzuweisen sowie den Behandlungsverlauf und die Behandlungstechnik in Verbindung mit der Theorie darzustellen. Sie sind von der Ausbildungsstätte zu beurteilen."

[Bearbeiten] Variante 2:

PP/KJP können PiA als AusbildungsassistentInnen einstellen, damit diese ambulante Psychotherapien mit GKV-PatientInnen durchführen, die über die KV-Nummer der Praxisinhaber/in abgerechnet werden. Wenn PP/KJP ihr Kontingent an GKV-Therapien nicht ausgeschöpft haben, können sie die restl. Therapien von GKV-PatientInnen durch AusbildungsassistentInnen durchführen lassen. Damit wird auch die Verringerung des persönlichen Kontingents bei längerfristig weniger GKV-Behandlungen verhindert. Diese Therapien gelten als "persönliche Leistungen" der Praxisinhaber/innen und werden so mit den Kassen abgerechnet. Die Beschäftigung von AusbildungsassistentInnen muss vorher von der zuständigen KV genehmigt werden.

Dazu als juristische Grundlage die Auszüge aus dem Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä) und der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV):

Zitat aus dem Bundesmantelvertrag Ärzte (BMV-Ä), Stand: 01. Oktober 2006 (letzte Änderungen durch Vertrag vom 20. September 2006, in Kraft getreten am 01. Oktober 2006):

§ 14 Vertreter, Assistenten, angestellte Ärzte, nichtärztliche Mitarbeiter

(1) Erbringen Vertreter Leistungen, für deren Erbringung eine Qualifikation gemäß § 11 dieses Vertrages Voraussetzung ist, hat sich der vertretene Arzt darüber zu vergewissern, daß die Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt sind. Sind diese Qualifikationsvoraussetzungen nicht erfüllt, dürfen die Leistungen, die eine besondere Qualifikation erfordern, nicht erbracht werden. Dasselbe gilt, wenn der nach § 32 b Ärzte-ZV angestellte Arzt nach entsprechender fachlicher Weisung mit der selbständigen Ausführung betraut wird. In diesem Fall hat der Vertragsarzt die Qualifikation gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nachzuweisen. Sind die Qualifikationsvoraussetzungen nicht erfüllt, darf der angestellte Arzt diese Leistungen nicht selbständig ausführen.

(2) Werden Assistenten, angestellte Ärzte oder Vertreter (§§ 32, 32 a, 32 b Ärzte-ZV) beschäftigt, so haftet der Vertragsarzt oder das medizinische Versorgungszentrum für die Erfüllung der vertragsärztlichen Pflichten wie für die eigene Tätigkeit. Das gleiche gilt bei der Beschäftigung nichtärztlicher Mitarbeiter.

(3) Vertretung bei genehmigungspflichtigen psychotherapeutischen Leistungen einschließlich der probatorischen Sitzungen ist grundsätzlich unzulässig. Im übrigen ist eine Vertretung nur im Rahmen der Absätze 1 und 2 und unter Beachtung der berufsrechtlichen Befugnisse zulässig.

§ 15 Persönliche Leistungserbringung

(1) Jeder an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt ist verpflichtet, die vertragsärztliche Tätigkeit persönlich auszuüben. Persönliche Leistungen sind auch ärztliche Leistungen durch genehmigte Assistenten und angestellte Ärzte gemäß § 32 b Ärzte-ZV, soweit sie dem Praxisinhaber als Eigenleistung zugerechnet werden können. Persönliche Leistungen sind ferner Hilfeleistungen nichtärztlicher Mitarbeiter, die der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt, der genehmigte Assistent oder ein angestellter Arzt anordnet und fachlich überwacht, wenn der nichtärztliche Mitarbeiter zur Erbringung der jeweiligen Hilfeleistung qualifiziert ist."

Zitat aus der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV) vom 28. Mai 1957 (BGB1 I, S. 572, 608), zuletzt geändert durch Art. 5 G v. 22.12.2006 I 3439 Abschnitt IX

§ 32 Vertreter, Assistenten, angestellte Ärzte und Berufsausübungsgemeinschaft

(1) Der Vertragsarzt hat die vertragsärztliche Tätigkeit persönlich in freier Praxis auszuüben. Bei Krankheit, Urlaub oder Teilnahme an ärztlicher Fortbildung oder an einer Wehrübung kann er sich innerhalb von zwölf Monaten bis zur Dauer von drei Monaten vertreten lassen. Eine Vertragsärztin kann sich in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit einer Entbindung bis zu einer Dauer von sechs Monaten vertreten lassen; die Vertretungszeiten dürfen zusammen mit den Vertretungszeiten nach Satz 2 innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten eine Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten. Dauert die Vertretung länger als eine Woche, so ist sie der Kassenärztlichen Vereinigung mitzuteilen. Der Vertragsarzt darf sich grundsätzlich nur durch einen anderen Vertragsarzt oder durch einen Arzt, der die Voraussetzungen des §3 Abs. 2 erfüllt, vertreten lassen. Überschreitet innerhalb von zwölf Monaten die Dauer der Vertretung einen Monat, kann die Kassenärztliche Vereinigung beim Vertragsarzt oder beim Vertreter überprüfen, ob der Vertreter die Voraussetzungen nach Satz 5 erfüllt und keine Ungeeignetheit nach § 21 vorliegt.

(2) Die Beschäftigung von Assistenten gemäß § 3 Abs. 3 bedarf der Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung. Im Übrigen darf der Vertragsarzt einen Vertreter odereinen Assistenten nur beschäftigen, wenn dies im Rahmen der Aus- oder Weiterbildung oder aus Gründen der Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung erfolgt; die vorherige Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung ist erforderlich. Die Dauer der Beschäftigung ist zu befristen. Die Genehmigung ist zu widerrufen, wenn die Beschäftigung eines Vertreters oder Assistenten nicht mehr begründet ist; sie kann widerrufen werden, wenn in der Person des Vertreters oder Assistenten Gründe liegen, welche beim Vertragsarzt zur Entziehung der Zulassung führen können.

(3) Die Beschäftigung eines Assistenten darf nicht der Vergrößerung der Kassenpraxis oder der Aufrechterhaltung eines übergroßen Praxisumfangs dienen.

(4) Der Vertragsarzt hat Vertreter und Assistenten zur Erfüllung der vertragsärztlichen Pflichten anzuhalten."

[Bearbeiten] Variante 3:

Die folgende Variante kombiniert die ersten beiden Varianten. Beide Seiten könnten von kontinuierlicher Zusammenarbeit über längere Zeit profitieren. Die in ihrer Ausbildung fortgeschrittenen PiA führen gemäß Variante 1 ein paar Therapien als Ausbildungstherapien mit Abrechnung über das Institut durch, wofür sie vermutlich, je nach Institut, eher wenig von dem erwirtschafteten Kassenhonorar ausgezahlt bekommen. Parallel dazu führen sie gemäß Variante 2 alle weiteren Therapien als „AssistentInnentherapien“ mit Abrechnung über die Praxis der PP/KJP – die dann frei entscheiden können, wie viel sie den AssistentInnen von dem erwirtschafteten Honorar auszahlen (empfehlenswert sind ab 40 Euro aufwärts je Std.). Die PraxisinhaberInnen hätten Sorge zu tragen, dass die AusbildungsassistentInnen diese AssistentInnentherapien sachgerecht durchführen. Sie können vertraglich festlegen, dass die PiA diese AssistentInnentherapien in einer bestimmten Art und Weise supervidieren lassen. Die Variante 3 sollte es PiA u.a. ermöglichen, ihren Lebensunterhalt zu sichern.

K.H. Seipel hat z.B. ein Konzept bzgl. AusbildungsassistentInnen - für VTler in einer VT-Praxis spezifiziert (vgl. "Management Handbuch für die psychotherapeutische Praxis"). Darin macht er deutlich, dass Ausbildungsassistenzen dazu dienen können, dass PiA ihre Ausbildungstherapien durchführen, dass sie dies aber nicht müssen, was bedeutet, dass es möglich ist, dass AusbildungsassistentInnen auch weitere, besser honorierte Therapien mit GKV-PatientInnen durchführen können. Die juristische Grundlage dazu besteht (s.o.).

PP/KJP können noch einen Schritt weiter gehen, um zusammen mit PiA die Nachwuchs-fördernde Variante 4 zu verwirklichen.

[Bearbeiten] Variante 4:

Wenn PiA in ihrer Ausbildung fortgeschritten sind können sie in der Praxis als AusbildungsassistentInnen sowohl Ausbildungstherapien mit GKV-PatientInnen als auch weitere Therapien mit GKV-PatientInnen durchführen, d.h. vorher in derselben Praxis ihre so genannte "PRAKTISCHE TÄTIGKEIT" im Umfang von 600 Stunden absolvieren, die "in einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder einer Praxis eines Psychologischen Psychotherapeuten" abzuleisten sind. Zu den weiteren JURISTISCHEN VORAUSSETZUNGEN von Variante 4 hinsichtlich der "Praktischen Tätigkeit" hier relevante Auszüge aus der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für PP und KJP (PsychTh-AP)

§ 2 Praktische Tätigkeit

(1) Die praktische Tätigkeit nach § 1 Abs. 3 Satz 1 dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert im Sinne des § 1 Abs. 3 Satz 1 des Psychotherapeutengesetzes sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie steht unter fachkundiger Anleitung und Aufsicht.

(2) Die praktische Tätigkeit umfasst mindestens 1.800 Stunden und ist in Abschnitten von jeweils mindestens drei Monaten abzuleisten. Hiervon sind

  1. mindestens 1.200 Stunden an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung zugelassen wird, und
  2. mindestens 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder eines Psychologischen Psychotherapeuten zu erbringen.

(3) Während der praktischen Tätigkeit in der psychiatrischen klinischen Einrichtung ist der Ausbildungsteilnehmer jeweils über einen längeren Zeitraum an der Diagnostik und der Behandlung von mindestens 30 Patienten zu beteiligen. Bei mindestens vier dieser Patienten müssen die Familie oder andere Sozialpartner des Patienten in das Behandlungskonzept einbezogen sein. Der Ausbildungsteilnehmer hat dabei Kenntnisse und Erfahrungen über die akute, abklingende und chronifizierte Symptomatik unterschiedlicher psychiatrischer Erkrankungen zu erwerben sowie die Patientenbehandlungen fallbezogen und unter Angabe von Umfang und Dauer zu dokumentieren."

Anmerkung zu "Abschnitt IX, § 32, Absatz 3 der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte (Ärzte-ZV):

(3) Die Beschäftigung eines Assistenten darf nicht der Vergrößerung der Kassenpraxis oder der Aufrechterhaltung eines übergroßen Praxisumfangs dienen.

Nach meinen Informationen ist das Hochfahren der GKV-Therapien durch die PraxisinhaberInnen (bzw. durch die 'Delegation' von GKV-Therapien an AusbildungsassistentInnen) bis zum als üblich angesehenen wöchentlichen Stundenkontingent (36 Std.?) ohne weiteres möglich.

Wichtig bzgl. Job-Sharing und Aufstockung von GKV-Therapien:

An Job-Sharing interessierte PP/KJP sollten rechtzeitig vor Job Sharing-Beginn mind. vier aufeinanderfolgende Quartale zuzüglich der Zeit, die die KV nach Ende eines Quartals bis zur Abrechnung und Auszahlung der erbrachten Leistungen benötigt, die Therapien mit GKV-PatientInnen, die über ihre KV-Nummer abgerechnet werden, „hochfahren“, weil das GKV-Kontingent des letzten Jahres vor Beginn des Job-Sharings die Berechnungsgrundlage dafür ist, wie viele GKV-Therapien die zukünftigen SeniorpartnerInnen und die zukünftigen JuniorpartnerInnen der geplanten Gemeinschaftspraxis jeweils durchführen dürfen.

Wenn alles gut läuft, könnte bei älteren PraxisinhaberInnen, die Variante 4 (oder auch Variante 3) der ideale Einstieg in ein JOB-SHARING im Rahmen einer Gemeinschaftspraxis von Senior- und JuniorpartnerInnen mit anschließender Weitergabe der KV-Zulassung an den Nachwuchs sein. Schön, wenn dann noch die Weitergabe der KV-Zulassung zu fairen, generationengerechten Bedingungen erfolgt. Nähere Infos bei der DPtV

[Bearbeiten] Literatur

  • K.H. Seipel. Ausbildungsassistenten in der psychotherapeutischen Praxis. Management Handbuch für die psychotherapeutische Praxis. Erika Behnsen, Dr. med. Karin Bell, Dipl.-Psych. Dieter Best et al. (Hrsg. ). Psychotherapeutenverlag 2006
  • Becker-Bernhardt, A. Stellungnahme des Bundesministeriums für Gesundheit (Geschäftszeichen 316-4335-1/1) vom 27.04.2000 auf eine Anfrage des Landesprüfungsamtes NRW zum Verhältnis von § 2 und § 4 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische PsychotherapeutInnen (PsychTh-APrV).
  • Faltin, J. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Psychologische PsychotherapeutInnen: Bestimmungen, Inhalte und Form. In: Praxis klinische Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 2001: 55, S. 228-233.
  • Seipel, K.H. Konzeptuelle und didaktische Überlegungen zum Erwerb therapeutischer Kompetenzen in der praktischen Ausbildung von Verhaltenstherapeuten. In: H. Henning, E. Fikentscher, U. Barke, W. Rosendahl (Hrsg.). Kurzzeittherapie in Theorie und Praxis, S. 334-348. Pabst Science Publishers, Lengerich 1996
  • Seipel, K.H. Ausbildungsassistenten in der psychotherapeutischen Praxis, 2001: 3, S. 126-138.
  • Seipel, K.H. Praktische Tätigkeit in der ambulanten psychotherapeutischen Praxis. In: A. Kuhr, G. Ruggaber (Hrsg.). Psychotherapieausbildung. Der Stand der Dinge. DGVT-Verlag, Tübingen 2003.



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