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[Artikel: Ausbildungskosten | Diskussion ]
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[Bearbeiten]Ausbildungskosten

Steuerliche Absetzbarkeit der Ausbildungskosten zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Die Ausbildungskosten sind steuerlich absetzbar. Dieser Satz ist so streng genommen nicht richtig, denn Kosten für Ausbildung sind nur bedingt absetzbar. In voller Höhe sind WEITERbildungskosten absetzbar, aber die Finanzämter zeigen sich da gerne großzügig.

In diesem Sinne haben auch bereits die Gerichte entschieden. In zwei Urteilen wurde entschieden, dass die Aufwendungen einer Diplom-Pädagogin zur Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Fortbildungskosten darstellen (FG Baden-Württemberg, 23.10.1997 - 14 K 187/92, EFG 1998, 181), ebenso die Aufwendungen einer Grundschullehrerin für Fortbildung in psychoorganischer Analyse (FG Münster, 14.11.1996 - 5 K 4058/95, EFG 1997, 333).

Demnach ist die "Ausbildung " zum Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Steuerrechtlichen Sinne eine "Fortbildung" und damit nicht nur beschränkt absetzbar!

[Bearbeiten]Wann können die Kosten steuerlich geltend gemacht werden?

Um etwas absetzen zu können, musst du allerdings zunächst einmal etwas verdienen... Die Kosten der Ausbildung können dann mit dem persönlichem Steuersatz steuermindernd geltend gemacht werden.

So funktioniert eigentlich unser Steuersystem, aber die Rechtsprechung des Finanzgerichtshofs vom August 2011 (AKZ.: VI R 38/10 und VI R 7/10) eröffnet neue Möglichkeiten:

Berufsanfänger dürfen Ausgaben mindestens vier Jahre rückwirkend geltend machen

Da während des Studiums oder der Ausbildung zum Psychotherapeuten selten hohe Einkünfte erzielt werden, können die Studenten/PiA ihre Studien- bzw. Ausbildungkosten im Wege der Verlustfeststellung mit ihrem ersten nach dem Studium bzw. der Ausbildung erzielten Einkommen verrechnen. . Das entschied der Bundesfinanzhof in zwei wegweisenden Urteilen (AKZ.: VI R 38/10 und VI R 7/10).

Die Kosten dürfen voll mit dem Gehalt der ersten Berufsjahre verrechnet werden, so lange, bis der Verlustvortag aufgebraucht ist. Wir empfehlen daher allen Studenten und PiA, jährlich eine Steuererklärung abzugeben, um ihre Erststudiums- und Ausbildungskosten als vorweggenommene Werbungskosten geltend zu machen und die Feststellung der Verluste zu beantragen. Das "Minusgehalt" wird quasi auf zukünftige Steuerersparnisse angerechnet. Wichtig ist: Die Kosten können nur in dem Jahr in der Steuererklärung angesetzt werden, in dem sie bezahlt wurden.

Wer also noch keine Steuererklärung abgegeben hat, kann dies auch noch für die Jahre 2007-2010 nachholen und darin die Studien- bzw. Ausbildungskosten als Werbungskosten berücksichtigen lassen. Falls das Finanzamt den Werbungskostenabzug nicht anerkennt, sollte Einspruch gegen den Steuerbescheid unter Bezugnahme auf die aktuelle Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes eingelegt werden.

[Bearbeiten]Weblinks



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